Breitensport im Alltag

SpielerPlus, DFB-TEAMPUNKT und PlayLevel – welche App löst welches Problem?

Eine App sollte Arbeit reduzieren, nicht einen zusätzlichen Kanal schaffen. Deshalb muss eine Mannschaft zuerst klären, welches Werkzeug für Termine, Kommunikation und Trainingsplanung zuständig ist.

Jugendtrainer prüft am Spielfeldrand die Trainingsplanung auf einem Smartphone

Nicht jede App ist für dieselbe Aufgabe gedacht

Digitale Werkzeuge können den Breitensport deutlich entlasten. Sie können aber auch neues Chaos erzeugen: Termine stehen in einer App, Änderungen in einer Messenger-Gruppe, Aufstellungen in einer Tabelle und Trainingsideen in privaten Notizen. Dann existieren zwar viele Werkzeuge, aber kein verlässlicher Ablauf.

Der bessere Ansatz beginnt mit drei getrennten Fragen:

  1. Wer nimmt am Training oder Spiel teil?
  2. Welche Informationen benötigt das Team?
  3. Was soll sportlich trainiert werden?

Für diese Fragen können unterschiedliche Systeme sinnvoll sein.

SpielerPlus: allgemeine Teamorganisation bündeln

SpielerPlus ist eine sportartenübergreifende Teammanagement-App. Sie kann unter anderem Termine, Zu- und Absagen, Teamkommunikation, Fahrgemeinschaften, Aufstellungen und weitere organisatorische Aufgaben bündeln. Für Mannschaften, die ihre bisherige Organisation aus Chat, Kalender und Listen an einer Stelle zusammenführen möchten, kann das eine passende Lösung sein.

Die Stärke liegt vor allem in der Breite der Teamorganisation. Der Verein sollte trotzdem festlegen, welche Funktionen tatsächlich verwendet werden. Wenn parallel weiterhin alle Informationen über verschiedene Messenger laufen, entsteht keine Entlastung.

DFB-TEAMPUNKT: Mannschaftsorganisation mit Fußballbezug

DFB-TEAMPUNKT ist auf den Amateurfußball ausgerichtet und mit DFBnet sowie FUSSBALL.DE vernetzt. Nach Angaben des DFB können Trainer unter anderem Termine pflegen, Wettbewerbsinformationen einsehen, Teammitglieder verwalten, Zu- und Absagen erfassen, Aufgaben verteilen und eine Teamkommunikation nutzen. Spiele können aus dem DFBnet übernommen und aktualisiert werden.

Das kann besonders interessant sein, wenn der Verein bereits konsequent mit den DFB-Systemen arbeitet und die zuständigen Mannschaftsverantwortlichen korrekt hinterlegt sind.

PlayLevel: vom organisatorischen Rahmen zur passenden Einheit

SpielerPlus und DFB-TEAMPUNKT helfen vor allem bei der Frage, wer wann wo sein soll und wie das Team informiert wird. PlayLevel setzt an der sportlichen Vorbereitung an: Welche Einheit passt zum Alter, Trainingsfokus, Leistungsniveau, Zeitrahmen und zur erwarteten Spielerzahl?

Damit konkurriert PlayLevel nicht um denselben Platz im Arbeitsablauf. Ein sinnvoller Prozess könnte so aussehen:

  1. Der Termin und die Teilnahme werden in der gewählten Teammanagement-App gepflegt.
  2. Der Trainer sieht, mit welcher Spielerzahl er voraussichtlich planen kann.
  3. In PlayLevel erstellt oder wählt er eine passende Trainingseinheit.
  4. Co-Trainer oder Vertretung erhalten die notwendigen Trainingsinformationen.
  5. Kurzfristige organisatorische Änderungen werden über den festgelegten Teamkanal kommuniziert.

Das Ein-System-Prinzip pro Aufgabe

Eine Mannschaft sollte nicht zwingend nur eine einzige App verwenden. Sie sollte aber pro Aufgabe genau ein führendes System bestimmen:

Aufgabe Führendes System
Termine und Teilnahme SpielerPlus oder DFB-TEAMPUNKT
Verbindliche Teamkommunikation der vorher festgelegte Teamkanal
Wettbewerbs- und DFBnet-Bezug DFB-TEAMPUNKT, wenn im Verein genutzt
Inhaltliche Trainingsplanung PlayLevel
Eskalationen, Schutz- und Personalfragen zuständige reale Vereinsperson, nicht die App

Diese Klarheit ist wichtiger als die Zahl der verfügbaren Funktionen.

Datenschutz und Zugänge bewusst organisieren

Der Verein sollte vor der Einführung prüfen, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden, wer Administratorrechte erhält, wie Eltern- und Spielerkonten genutzt werden und welche vereinsinternen Datenschutzregeln gelten. Besonders bei minderjährigen Spielern dürfen Zugänge nicht beiläufig weitergegeben werden. Auch beim Trainerwechsel müssen Rollen und Berechtigungen sauber übergeben oder entfernt werden.

Gute Digitalisierung bleibt im Hintergrund

Das beste digitale Konstrukt ist im Alltag beinahe unsichtbar. Der Betreuer erkennt schnell, wer zugesagt hat. Eltern finden die verbindliche Information an einem Ort. Der Trainer kann mit einer realistischen Spielerzahl planen. Eine Vertretung versteht die Einheit. Und die Spieler verbringen ihre Zeit auf dem Platz statt in organisatorischen Warteschleifen.

Apps lösen nicht jede Herausforderung des Breitensports. Richtig zugeordnet können sie aber genau die Zeit freimachen, die Trainer für ihre eigentliche Aufgabe benötigen: eine Mannschaft gut zu begleiten und ein passendes Training anzubieten.